Sachsen-Anhalt und der Bergbau
Bei der Bildung des Landesverbandes gingen wir davon aus, dass die Geschichte und Entwicklung weiter Teile des Landes Sachsen-Anhalt in seiner Wirtschaft und seiner Stellung vielfach mit dem Bergbau verbunden ist. Über 1000 Jahre ist die Geschichte der Geschichtslandschaft an Mittelelbe, untere Saale und Harz. Das im 10. Jahrhundert entstehende Deutsche Reich hatte zwischen Quedlinburg, Memleben und Magdeburg sein Zentrum. Mit Heinrich I. und Otto dem Großen hatten der erste deutsche König und der erste deutsche Kaiser im Raum Sachsen-Anhalt ihre Machtbasis. Geprägt hat das Land in der deutschen und europäischen Mitte auch die Reformation, die hier ihren Ausgang nahm und mit dem Bergmannssohn Martin Luther eine herausragende Persönlichkeit hervorbrachte. Vor über 1000 Jahren setzte der Bergbau im Unterharz ein, der teilweise bis in die heutige Zeit anhielt. So waren es früher besonders Silbererz, Eisenerz, Kupfererz, Kobalterz und Antimonerz, die besonderes Interesse weckten. Später dann auch Schwefelkies sowie Fluß- und Schwerspat und noch andere Erze. So wurde der mittlere Harz ein besonderes Zentrum bergmännischer Tätigkeit.
Die Salzgewinnung hatte im mitteldeutschen Raum schon immer eine große Bedeutung. So gibt es noch heute zahlreiche Sachzeugen der Gewinnung von Siedesalz. Die bergmännische Gewinnung von Steinsalz erfolgte dann seit 1852 in Staßfurt, in deren Folge zum ersten Mal in der Welt Kalisalze gefördert und verarbeitet wurden. Damit ist Staßfurt die Wiege des Kalibergbaus.
Gewinnung der Braunkohle bereits seit Ende des 14. Jahrhunderts
In Sachsen-Anhalt ist die Gewinnung der Braunkohle bereits seit Ende des 14. Jahrhunderts nachgewiesen. Die großen Vorräte waren entscheidend bei der Ansiedlung wichtiger Wirtschaftszweige, speziell der Chemie, der Elektroenergieerzeugung sowie des Maschinenbaus, und so war die Braunkohle einstiger Reichtum unseres Landes. Die enorme Entwicklung des Braunkohleberbaus in Sachsen-Anhalt hatte bis zur politischen Wende von 1989 langjährige Spitzenleistungen in der Braunkohleförderung im Weltmaßstab zu verzeichnen.
Im Raum Halle wurde in verschiedenen Gruben auch Steinkohle abgebaut, deren Blütezeit des Abbaus im 19. und sein Ende Mitte des 20. Jahrhunderts lag. Gerade der Braunkohletagebau hat die Landschaft verändert und geprägt. Naturgemäß bleiben dort, wo tausende Tonnen Rohbraunkohle gefördert wurden riesige Restlöcher zurück- Hier werden nun nach der Auskohlung Rekultivierungsmaßnahmen in großem Umfang durchgeführt. Die Restlöcher werden geflutet und die Randzonen landschaftsgestalterisch bearbeitet. Viele Touristen, die unser Land bereisen, sind immer wieder erstaunt, welche und wie viele interessante Zeugnisse der ehemaligen bergbaulichen Tätigkeit noch heute vorhanden sind. So ist der dem Landesverband angehörende Interessenverein Bergbau e.V. mit Sitz in Halle der Initiator der das ganze Land Sachsen-Anhalt einbeziehenden „GLÜCK-AUF-TOUR“, die den Laien und den Fachmann auf noch vorhandene Zeitzeugen des Bergbaus aufmerksam macht.